20.
BAG-Fachtagungin Heidelberg | |
BundesarbeitsgemeinschaftElektrotechnik-Informatik e. V. |
BundesarbeitsgemeinschaftMetalltechnik e. V. |
Lernfelder
- neue Horizonte oder Orientierungsverlust?Was die Neuordnung der Berufsbildung bewirkt hat. (Abstracts) Nach knapp 15 Jahren Lernfeld-Konzept ist es an der Zeit Bilanz zu ziehen. – Dieser Herausforderung haben sich am 23. und 24. April gemeinsam die Bundesarbeitsgemeinschaften (BAG) für Berufsbildung in den Fachrichtungen Metalltechnik und Elektrotechnik-Informatik gestellt. Zur Einstimmung erhielten die Teilnehmer einen umfassenden Einblick in die „Best Practice in der Ausbildung der John Deere Werke Mannheim“ in Lernortkooperation mit der Werner-von-Siemens- und der Carl-Benz-SchuleMannheim. Die Nähe zur Berufsbildungs-praxis setzte sich gewissermaßen als „Qualitätsmerkmal“ im Verlauf der Fachtagung fort. Nach der offiziellen Eröffnung und Begrüßung durch den Vorsitzenden der BAG Metalltechnik, Ulrich Schwenger, und der Rektorin der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, Prof. Dr. Anneliese Wellensiek, wurde im Rahmen der Einführungsvorträge der Frage nach-gegangen, ob das Lernfeld-Konzept „Eine neue Ära der Berufsbildung?“ eingeleitet hat. Dr. Martina Müller aus dem Kultusministerium Sachsen-Anhalt resümierte dabei die in Modellversuchen ermittelten Erfolge, Rahmenbedingungen und politischen Vorgaben. „Das Lernfeld im Spiegel betrieblicher Ausbildung“ wurde durch Dieter Wachenfeld von den John Deer Werken Mannheim beleuchtet.
Bereits während der Vortragsreihe wurde durch die Fülle der Fragen, Wortmeldungen und Diskussionsbeiträge deutlich, dass die BA-Gen mit dem Lernfeld-Konzept ein Thema ausgewählt hatten, an dem großes Interesse besteht und welches die Diskussion an den beruflichen Schulen nach wie vor dominiert. Die Frage danach, ob und wie Lernfelder Einzug in den Unterricht halten können und sol-len, begleitete somit die Teilnehmer durch die Tagung. Einen
Schwerpunkt des vielfältigen und intensiv genutzten
Workshop-Angebots am zweiten
BAG-Fachtag bildeten die Foren zur Lern-feldpraxis. Für die
Fachrichtungen Elektrotechnik-Informatik,
Versorgungstechnik, Fahrzeugtechnik und Metalltechnik wurden sowohl die
curriculare Umsetzung, didaktisch-methodische Grundsätze und
die Ausgestaltung
von Lernsituationen im Rahmen des Lernfeld-Konzepts fokussiert.
Im
Workshop „Die lernende Schule im Lernfeldkonzept“ wurde die Schule als
lernende und selbstständige Orga-nisation diskutiert und in Beziehung
zur Lernfelddidaktik und zum Handlungsfeld der Lehrerausbildung
gestellt. Ein weiterer Workshop zur
Auseinandersetzung mit Prozessen der Kompetenzentwicklung im
Lernfeld-Konzept Bilanz der Fachtagung ist eine breite, engagierte und kritische Auseinandersetzung mit dem Tagungsthema. Berufsbildungspraxis, organisation und –wissenschaften haben seit dem „Lernfeldblitz“ viel erreicht. Die Zusammenhänge zwischen Lernfeldern und einer arbeitsprozessorientierten Didaktik und das Ziel einer wirkungsvollen und zukunftsfähigen Berufsbildung insgesamt sind klarer profiliert, als zu Beginn der Lernfeld-Ära. Dennoch gilt es, sowohl das Konzept als auch die Umsetzung praktisch, organisatorisch und wis-senschaftlich weiter zu entwickeln, gerade auch im Hinblick auf die im Schlussvortrag von Martin Sabelhaus aus dem Kultusministeri-um Baden-Württemberg in der Diskussion um den Deutschen Qualifikationsrahmens dargestellte europäische Dimension der Berufs-bildung. In seinem
Schlusswort unterstrich Reinhard Geffert, Mitglied des Vorstandes der
BAG Elektrotechnik-Informatik,
den Eindruck der Teilnehmer, mit der Lernfelddidaktik neue Horizonte
der Berufsbildung eröffnet zu haben. Alexander Maschmann | |